Mann wäre sicher nicht im Stande, wenn ihm, sagen wir, die
künstlerische Aufgabe gestellt wäre, ein resumée mit fünf
Worten so plastisch zum Ausdruck zu bringen, dieser Aufgabe
auch nur halbwegs gerecht zu werden. Aber was vermag die
Bosheit nicht. Denn der Mann ist zweifellos erbost, im inners-
ten beleidigt in seinem demokratischen Gleichgewicht, vermut' ich,
weil da ganz plebejisch (oder höchst aristokratisch) eindeutig ja
oder nein gesagt wird und seinesgleichen bestenfalls noch er-
trägt, wenn ja und nein zugleich gesagt wird. Wenn er
also seinem Missvergnügen hätte auf die Spur kommen wollen,
wäre er eher auf „Entscheidung” gestossen, als auf „Heimweh”.
Dass er gerade diesem die Rilkeschen Verse entgegengesetzt hat,
beweist, dass er seinem allgemeinen Missvergnügen ein
Gegenbeispiel setzen wollte, woran er seine Freude hat (und
keineswegs, wie er vorgibt, nur den „Unterschied der Form” zu
zeigen, was ganz kindisch ist); „Heimweh” konnte er gerade
mit Nachsicht sämtlicher Taxen auf einen Generalnenner
„Grossstadt” mit den Rilkeschen Versen bringen. In beiden ist
eben von einer Stadt die Rede. Sonst haben Sie freilich nicht
das Mindeste mit einander zu schaffen.
Der eigentliche Unterschied aber, der eine Vergleichsmöglich-
keit bietet (und über den jener sich ärgert), liegt weder in
Form noch Inhalt, sondern im Princip; und in dieser
Beziehung ist allerdings das R'sche Sonett „Unten macht sich schon
der Abend grauer..” ein Musterbeispiel unpersönlicher Lyrik, eine
schöne Sache schön darzustellen, worin R. zweifellos ein Meister
war. Aber an persönlicher Aussage enthält diese Gattung nichts.
Was nun den ebenfalls zum Vergleich herangezogenen
künstlerische Aufgabe gestellt wäre, ein resumée mit fünf
Worten so plastisch zum Ausdruck zu bringen, dieser Aufgabe
auch nur halbwegs gerecht zu werden. Aber was vermag die
Bosheit nicht. Denn der Mann ist zweifellos erbost, im inners-
ten beleidigt in seinem demokratischen Gleichgewicht, vermut' ich,
weil da ganz plebejisch (oder höchst aristokratisch) eindeutig ja
oder nein gesagt wird und seinesgleichen bestenfalls noch er-
trägt, wenn ja und nein zugleich gesagt wird. Wenn er
also seinem Missvergnügen hätte auf die Spur kommen wollen,
wäre er eher auf „Entscheidung” gestossen, als auf „Heimweh”.
Dass er gerade diesem die Rilkeschen Verse entgegengesetzt hat,
beweist, dass er seinem allgemeinen Missvergnügen ein
Gegenbeispiel setzen wollte, woran er seine Freude hat (und
keineswegs, wie er vorgibt, nur den „Unterschied der Form” zu
zeigen, was ganz kindisch ist); „Heimweh” konnte er gerade
mit Nachsicht sämtlicher Taxen auf einen Generalnenner
„Grossstadt” mit den Rilkeschen Versen bringen. In beiden ist
eben von einer Stadt die Rede. Sonst haben Sie freilich nicht
das Mindeste mit einander zu schaffen.
Der eigentliche Unterschied aber, der eine Vergleichsmöglich-
keit bietet (und über den jener sich ärgert), liegt weder in
Form noch Inhalt, sondern im Princip; und in dieser
Beziehung ist allerdings das R'sche Sonett „Unten macht sich schon
der Abend grauer..” ein Musterbeispiel unpersönlicher Lyrik, eine
schöne Sache schön darzustellen, worin R. zweifellos ein Meister
war. Aber an persönlicher Aussage enthält diese Gattung nichts.
Was nun den ebenfalls zum Vergleich herangezogenen