Goering, Gerd Hans: Brief an Ernst Krenek. o.O., 6.5.1932
heit") wird auf die Dauer sehr langweilig werden.
Und den Verdacht des "Wohlmeinenden "(Briefkasten)
verstärken. Der Verdacht ist die Folge der ungeklärten
Situation der Anonymität. Und vielleicht ein leichter
Schlag auf den Busch. Gleich wohl wäre es besser gewesen,
diesen Wohlmeinenden mit einem bedeutenden
Dämpfer heim zuschicken, anstatt ihm prompt
stramm zu stehen und moralische Entrüstung
zu praesentieren. "Keine Zeile unserer Zeitschrift
verfolgt...." das ist, siehe "un poeta", schon gar
nicht wahr, und es ist auch innerlich nicht
wahr, denn die "moderne Musik" ist Euer Lebens=
element, das Ihr umso weniger verleugnen könnt,
als ihr es doch durchsetzen sollt. Es ergibt sich aller-
dings dabei die amusante Situation, dass Du
als der einzige aktiv mitarbeitende Musiker wenn
ich nicht irre, auch der einzige bist, der wirklich
Satire und Polemik im absoluten Sinn der "23"
schreiben kann. (Eichendorff u. Lilienkron).
Unter K. F. Wien III. "Nur der sympathische Grund-
ton Ihrer Zuschrift veranlasst uns ..." Eine solche
Zurechtweisung steht wohl "dem Verlag der Fackel" an,
hier aber wirkt's albern.
"Der Abonnent des "Musikleben"" ist eine
höchst alberne journalistische Neckerei. Vollends
anfechtbar aber ist der Satz: "Ein anderer "promi-
nenter Musikkritiker hat neulich laut erklärt"