kommen kann, dass doch die mit den
ungebrochenen Erwerbsinstinkten eo ipso
und weil man auf sie bauen kann - nämlich
die Weltordnung, Recht haben. Sie erhalten's
auch, denn es ist ihre Sprache, die in seinem
Stück von Gott und Welt gesprochen wird.
Vielleicht hat er Mitleid mit Timon - ich
kenne das Stück nicht, nur die Sprachproben -
ein gönnerhaftes Mitleid mit einer interessanten
aber gänzlich abwegigen Figur. Vielleicht bemüht
er auch die Problematik des Goldes, seit Wagner
ein Bestandteil der Metaphysik dieses Schlages,
Menschenliebe und -Hass, die mit dem Sh.
Timon nichts zu tun haben, aber billige Themen
sind, die weltanschauungslustigen und
-lüsternen Zeitgenossen einen Abend zu un-
terhalten.
Das ist bei Sh alles einfacher, wenn [anders] Lei-
denschaft einfacher ist als problematisches Ge-
schwätz. Timon ist ein betrogener Liebhaber. Er ist
so verliebt in Menschen, so selig in ihrer Gegen-
wart, dass er, wie nur ein Verliebter, um [Ge]gen-
liebe sich nicht sorgt. Keine Zweifel, dass die Geliebte
so ganz in ihm, wie er in ihr aufgeht, sich wie
er an sie, an ihn verschwenden will; soviel se-
ligerer, lässt sie ihm darin Vorsprung. Aber
Timons Geliebte, erweist es sich, war nicht
einmal ne Hur, die mit ihm verjubelt
hätte, was zu verjubeln war, sondern eine
kalte Rechnerin, die holte was zu holen war,
und ihn dann wegjagte. Dieser Sturz
aus allen Himmeln macht ihn über-
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ungebrochenen Erwerbsinstinkten eo ipso
und weil man auf sie bauen kann - nämlich
die Weltordnung, Recht haben. Sie erhalten's
auch, denn es ist ihre Sprache, die in seinem
Stück von Gott und Welt gesprochen wird.
Vielleicht hat er Mitleid mit Timon - ich
kenne das Stück nicht, nur die Sprachproben -
ein gönnerhaftes Mitleid mit einer interessanten
aber gänzlich abwegigen Figur. Vielleicht bemüht
er auch die Problematik des Goldes, seit Wagner
ein Bestandteil der Metaphysik dieses Schlages,
Menschenliebe und -Hass, die mit dem Sh.
Timon nichts zu tun haben, aber billige Themen
sind, die weltanschauungslustigen und
-lüsternen Zeitgenossen einen Abend zu un-
terhalten.
Das ist bei Sh alles einfacher, wenn [anders] Lei-
denschaft einfacher ist als problematisches Ge-
schwätz. Timon ist ein betrogener Liebhaber. Er ist
so verliebt in Menschen, so selig in ihrer Gegen-
wart, dass er, wie nur ein Verliebter, um [Ge]gen-
liebe sich nicht sorgt. Keine Zweifel, dass die Geliebte
so ganz in ihm, wie er in ihr aufgeht, sich wie
er an sie, an ihn verschwenden will; soviel se-
ligerer, lässt sie ihm darin Vorsprung. Aber
Timons Geliebte, erweist es sich, war nicht
einmal ne Hur, die mit ihm verjubelt
hätte, was zu verjubeln war, sondern eine
kalte Rechnerin, die holte was zu holen war,
und ihn dann wegjagte. Dieser Sturz
aus allen Himmeln macht ihn über-
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