Hegenbart, Fritz: Brief an Grete ... München, 21.9.1929
Morgen erhalte ich wahrscheinlich die
Zeichnung zum neuen Pullmannwagen,
da kann ich mit meinen kühlen Kunst=
verstand meine Figuren verteilen
gerade so wie ich mit meinem kühlem
Verstandesaugen die Fotografie copiere
des kleinen Dorkas, was man Portrait
malen nennt. Es geht nichts
über die Kunst, das Compromiss, die
Schnelligkeit, das Telefon, das Auto
und die Flugmaschine, denn alles dieses
benütze ich für meine Kunst. Mit
der Flugmaschine fahre ich aber nicht selber
sondern die letzte Arbeit für Feller wurde
so nach Teheran befördert, es war wohl
der letzte Aufstieg meiner Kunst. Die
beiden anderen Arbeiten für ihn gehen
nach Chile, du siehst meine Kunst
wird sogar schon exportiert. Schade
daß Cervantes nicht heute lebt, er könnte
ein schönes Werk über mich schreiben.
Vielleicht tue ich es selber, denn stolzer
konnte ein Don Quichotte über seine
Taten nicht sein wie ich über meine Werke.
Lebe wohl liebe Grete, Schwägerin eines
Künstlers dessen Werke mit der Flugmaschine
exportiert werden und dessen Werke
unsterblich - sich blamieren.
Schicke sie nicht an B[a/o]b. Ein Künstler
wie ich bietet Werke nicht an, noch
dazu einem Menschen Namens B[a/o]b.
Momentan sitzt mein Geist auf den
Sternen Rostom und Alastine abwechselnd