Kienzl, Wilhelm: Brief an Lili Kienzl. Wien, 20.1.1919
um mir eine Geburtstagsfreude zu machen,
im Frack u. weißer Binde u. sang glänzend lustige
Quartette à la Udel. Zum Schlusse wurde so-
gar - getanzt. Und das dauerte bis 3 Uhr früh.
Viele hatten was Ess= oder Trinkbares mitgebracht,
oder andere Geschenke für mich. Ich zähle
sie Dir hier auf. Mein ganzes Klavier ist voll
davon: Von allen Jüllig's u. Henny erhielt ich: ein
„Brodschimpl”=Aquarell von Aug. Konr. Schmidt für
mein grünes Album, einen prachtvollen seide-
nen Regenschirm, 2 Gugelhupfe, ein Weinglas,
1 Kaffeetasse, Malzzuckerln, 1 Laib Brot,
1 Flasche guten Rotwein, Blumen; von Dir:
Schneerosen; von Else Hedding: einen kleinen
Gugelhupf, ein Päckchen echten Tee; von „But-
terkipferl”: ein selbstgemachtes Schachterl
mit Malzzuckerln (die ich Dir schicke); von
Mutter Lehner: eine Brieftasche; von Hansi
Engerth: ein Körbchen mit Würfelzucker, Kuchen
u. einem Päckchen Tee; von Weinberger: 1 Fla-
sche Rheinwein, 1 Ladung Mohnbretzeln
(die ich Dir schicke); von Frau Winter: 2 Schach-
teln Malzzuckerln; von Bella Alten:
ein herrliches Blumenarrangement, 2 Dosen
echter Condensmilch (sehr wertvoll); von
Dr. Stern: einen Gugelhupf; von Bartsch:
seinen neuesten Roman („Der junge Dichter”);
von Ginzkey seinen neuesten Roman („Geschichte
einer stillen Frau”),