Kienzl, Wilhelm: Brief an Lili Kienzl. Wien, 1.4.1919
Noch was: Eben erhalte ich die Ab-
rechnung über den Musikverkauf „Kuh-
reigen” für IV. Quartal 1918. Für mich
bleiben immerhin 36 Kr 40 H.
Es sind eigentlich 486 Kr 50 H; aber
die Druckrechnungen machen 450 Kr
(!) aus, so dass nach deren Abzug nur
36 Kr 40 H bleiben! Traurig. -
Frl. v. Griendl schrieb mir heute
einen längeren Brief, dass sie Blu-
men für Mama's Grab mir besorgt
hat u. dass es in Graz mit der
Ernährung sehr schlecht steht,
dass sie aber von Trockengemüse
im Sommer viel Vorrat ange-
schafft habe, was ihr zugute
komme.
Und nun leb' wohl, liebes
Kind! Es umarmt Dich
Dein alter
„Maninko."
PS. Die Frieda war über die Lage u. Schönheit meiner
Wohnung ganz entzückt.