Kienzl, Wilhelm: Brief an Helene Kienzl. Graz, 29.3.1917
tigte Wiener Reise so furchtbar,
dass ein Stein weich werden müßte,
u. ich -halte mich stark; aber in-
nerlich frisst's u. frisst's u. zehrt mein
Mark auf, macht mich schaffens=
u. lebensunfähig. Es ist 1 Uhr
Mittag u. immerfort tobt noch
die Szene, die unbeschreiblich
ist .... Es muß ein Opfer, ein
großes Opfer von uns gebracht wer-
den, sollen wir nicht alle zugrunde
gehen. Wir müssen uns auf
ein Eiland retten, auf dem es nichts
Körperliches giebt - von einan-
der träumen lernen u. damit
uns bescheiden. Einen anderen
Ausweg giebt es nicht, ich seh'
es wohl. Ein Weltglück ist wohl
für immer ausgeschlossen; so
soll es ein Phantasieglück werden.
Zürne mir nicht: ich schreibe