Kienzl, Wilhelm: Brief an Helene Kienzl. Graz, 29.3.1917
II zum Brief vom 29. u. 30. März 1917
bar, von grotesker, dämonischer
Brutalität u. Unreife des mensch-
lichen Gefühls. Wie hat denn
er gehandelt seinerzeit? Er, der
Weib u. Kind aus reiner Leidenschaft
verließ um dann wieder ohne
Zagen u. Scham ins Alltags=
Ehejoch zurückzukehren, als
ein Gescheiterter. - Du allein
bist gut, klug u. liebevoll,
Du kennst u. verstehst mich
u. legst Balsam auf mein
tief wundes Herz! Kinder,
lasst mir Zeit, lasst mir Zeit!
Es kann noch Niemand so ge-
litten haben wie ich jetzt.
Schmerz, Enttäuschung (sei's denn!)
tun weh - u. somit leidest
Du, Aermste! Aber innerer