scheidung im Sinne des Prager Tagblatts besser das Sprachgefühl
erwachsener Intellektueller heranzuziehen gewesen,die,obgleich sie
sich im Umgang scheinbar ähnlicher Wortstellungen bedienen,wissen
dürften,dass der Satz in glatterem Zeitungsdeutsch zu lauten hätte:
Lerne dein Vaterland kennen und trage mit allen deinen
Kräften bei,dass die Čechoslovakei der Garten Europas werde.
Vielleicht weiss das aber auch der Verfasser des Aufrufs.Ich brauche
wohl nicht erst Ihre Aufmerksamkeit auf die Verwandlung zu lenken,die
hier der innere Sinn des Satzes erleidet,bis er die papierne Fassung
eines überheblichen Rathes erlangt.Der Autor der beanstandeten Form
ist entweder ein Dichter oder ein Tscheche,welcher mit dem Bemühen
des Sprachfernen der Sprache näher kommt als der Deutsche,der sich ih-
rer zu dem Zweck einer bestenfalls korrekten Mitteilung bedient.Er hat
jedem Wort durch die instinktsichere Anweisung seines gedanklich vor-
bestimmten Platzes zu seinem Ton,zu der ursprünglichen Fülle eines In-
halts verholfen,der der Eindringlichkeit der Mahnung gemäss ist,der
aber,in fliessender Prosa verwässert,nichts als den äussern Sinn her-
vortreten liesse und eben diesen anmassend und absurd machte,dem Ver-
kehrswesen mehr widersprechend,als es im Pathos des Merkspruches der
Fall ist.Es liegt eine durchaus dichterische Fügung vor,wie sie einem
solchen Spruch angemessen ist,der eben einen anderen Inhalt hat als:
„Es wird ersucht,nicht in den Waggon zu spucken“,eine Mahnung,die vom
Prager Tagblatt noch nicht beanstandet wurde,wiewohl sie ohne Zweifel
von einem Analphabeten stammt und nur dann sprachrichtig wäre,wenn man
ihrer nicht im Waggon,sondern wie jener andern ausserhalb,auf dem Bahn-
hof,ansichtig würde.Es sollte mich nicht wundern,zu erfahren,dass die
Kundmachung mehr positiven und pathetischen Inhalts diesem entsprechend
versartig,etwa mit umschliessendem Reim,gesetzt ist:
erwachsener Intellektueller heranzuziehen gewesen,die,obgleich sie
sich im Umgang scheinbar ähnlicher Wortstellungen bedienen,wissen
dürften,dass der Satz in glatterem Zeitungsdeutsch zu lauten hätte:
Lerne dein Vaterland kennen und trage mit allen deinen
Kräften bei,dass die Čechoslovakei der Garten Europas werde.
Vielleicht weiss das aber auch der Verfasser des Aufrufs.Ich brauche
wohl nicht erst Ihre Aufmerksamkeit auf die Verwandlung zu lenken,die
hier der innere Sinn des Satzes erleidet,bis er die papierne Fassung
eines überheblichen Rathes erlangt.Der Autor der beanstandeten Form
ist entweder ein Dichter oder ein Tscheche,welcher mit dem Bemühen
des Sprachfernen der Sprache näher kommt als der Deutsche,der sich ih-
rer zu dem Zweck einer bestenfalls korrekten Mitteilung bedient.Er hat
jedem Wort durch die instinktsichere Anweisung seines gedanklich vor-
bestimmten Platzes zu seinem Ton,zu der ursprünglichen Fülle eines In-
halts verholfen,der der Eindringlichkeit der Mahnung gemäss ist,der
aber,in fliessender Prosa verwässert,nichts als den äussern Sinn her-
vortreten liesse und eben diesen anmassend und absurd machte,dem Ver-
kehrswesen mehr widersprechend,als es im Pathos des Merkspruches der
Fall ist.Es liegt eine durchaus dichterische Fügung vor,wie sie einem
solchen Spruch angemessen ist,der eben einen anderen Inhalt hat als:
„Es wird ersucht,nicht in den Waggon zu spucken“,eine Mahnung,die vom
Prager Tagblatt noch nicht beanstandet wurde,wiewohl sie ohne Zweifel
von einem Analphabeten stammt und nur dann sprachrichtig wäre,wenn man
ihrer nicht im Waggon,sondern wie jener andern ausserhalb,auf dem Bahn-
hof,ansichtig würde.Es sollte mich nicht wundern,zu erfahren,dass die
Kundmachung mehr positiven und pathetischen Inhalts diesem entsprechend
versartig,etwa mit umschliessendem Reim,gesetzt ist: