Da momentan kein Geld da ist, ein entsprechendes Theater zu
bauen, miete man eines der vielen Privattheater und richte sich
dort provisorisch ein. Vermeidung eines unnützen und störenden
Ausstattungsluxus, der seit der Übersiedlung in das Haus am Franzens-
ring, von dem Firlefanz des Gebäudes selbst angesteckt, um sich
griff, Reduzierung des Personales, zu dem höchst selten auftretende,
überflüssige jüngere Kräfte gezählt werden, und, wie gesagt, Redu-
zierung der täglichen Kosten durch Übersiedlung in ein bescheideneres,
aber zweckentsprechendes Gebäude, sind die Zeichen, unter denen
allein unser altes Burgtheater wieder werden kann, was es vor
50 Jahren und annähernd auch noch etwas später gewesen ist.
Nun kommt aber die Frage, was soll mit dem Prunkbau geschehen,
der so viele Millionen verschlungen hat. Ich halte ihn auch für
die Spieloper, wozu ihn eine Anzahl Kunstverständiger bestimmt
wissen will, vor allem wegen der ungeheuerlichen
Regieausgaben
für unbrauchbar und möchte ihn einem ganz anderen Zweck widmen.
Sollte es nicht z. B. möglich sein, das Theater ohne zu große Kosten
umzubauen und die Bibliothek der gegenüberliegenden
Universität
hineinzuverlegen, deren Räumlichkeiten längst nicht mehr ausreichen,
und deren Unterbringung seit einer Reihe von Jahren ein ernstes
Problem bildet?
So sind durch die Möglichkeit, die kaiserlichen Schlösser zur Be-
herbergung der künstlerischen und wissenschaftlichen Institute zu verwenden, alle einschlägigen Fragen in Fluß gekommen, und bei
dem Plan, diese ehrwürdigen Gebäude für diesen Zweck zu adap-
tieren, ist es natürlich, daß es auch erwogen wird,
inwieferne vor
30 Jahren errichtete Bauten ihrer künstlerischen Bestimmung ent-
sprechen oder nicht. Noch ein ehemaliges kaiserliches Schloß gibt
es aber in Wien, das vielleicht in absehbarer Zeit seine Bestimmung
ändern dürfte: die Favorita, das Sommerschloß der letzten Kaiser
vor Maria Theresia, die seit mehr als 1 1/2 Jahrhunderten die Erziehungs-
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bauen, miete man eines der vielen Privattheater und richte sich
dort provisorisch ein. Vermeidung eines unnützen und störenden
Ausstattungsluxus, der seit der Übersiedlung in das Haus am Franzens-
ring, von dem Firlefanz des Gebäudes selbst angesteckt, um sich
griff, Reduzierung des Personales, zu dem höchst selten auftretende,
überflüssige jüngere Kräfte gezählt werden, und, wie gesagt, Redu-
zierung der täglichen Kosten durch Übersiedlung in ein bescheideneres,
aber zweckentsprechendes Gebäude, sind die Zeichen, unter denen
allein unser altes Burgtheater wieder werden kann, was es vor
50 Jahren und annähernd auch noch etwas später gewesen ist.
Nun kommt aber die Frage, was soll mit dem Prunkbau geschehen,
der so viele Millionen verschlungen hat. Ich halte ihn auch für
die Spieloper, wozu ihn eine Anzahl Kunstverständiger bestimmt
wissen will, vor allem wegen der ungeheuerlichen
Regieausgaben
für unbrauchbar und möchte ihn einem ganz anderen Zweck widmen.
Sollte es nicht z. B. möglich sein, das Theater ohne zu große Kosten
umzubauen und die Bibliothek der gegenüberliegenden
Universität
hineinzuverlegen, deren Räumlichkeiten längst nicht mehr ausreichen,
und deren Unterbringung seit einer Reihe von Jahren ein ernstes
Problem bildet?
So sind durch die Möglichkeit, die kaiserlichen Schlösser zur Be-
herbergung der künstlerischen und wissenschaftlichen Institute zu verwenden, alle einschlägigen Fragen in Fluß gekommen, und bei
dem Plan, diese ehrwürdigen Gebäude für diesen Zweck zu adap-
tieren, ist es natürlich, daß es auch erwogen wird,
inwieferne vor
30 Jahren errichtete Bauten ihrer künstlerischen Bestimmung ent-
sprechen oder nicht. Noch ein ehemaliges kaiserliches Schloß gibt
es aber in Wien, das vielleicht in absehbarer Zeit seine Bestimmung
ändern dürfte: die Favorita, das Sommerschloß der letzten Kaiser
vor Maria Theresia, die seit mehr als 1 1/2 Jahrhunderten die Erziehungs-
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