immerhin eine wesentliche Erleichterung seiner jetzigen
Lage bedeuten würden. Auch bat ich dringend, dass Ficker ge-
stattet werde, ausserhalb der Kaserne wohnen zu dürfen, was
mir momentan als das Wichtigste erscheint. Die freundlichst
übersendete Feldpostkarte übermittle ich Ihnen anbei wieder.
Ich hoffe, wie gesagt, zuversichtlich, dass meine Intervention
wenigstens die angedeuten, bescheidenen Erfolge zeitigen
werde.
Sie wissen gar nicht, wie sehr ich mich schon
danach sehne, wieder einmal mit Ihnen sprechen zu können!
O, ich werde Ihnen viel erzählen können, aber nicht von
Schrapnellhagel und Kanonendonner, in denen ich 6 Monate
lang in der Bukowina gestanden, sondern von dem, was in mei-
nem Inneren vorgeht und was ich erlebt habe. Nicht von dem,
was ich physisch gelitten, auch nicht von den Todesgefahren,
aus denen ich wie durch ein Wunder heil hervorgegangen, um
hier schwer zu erkranken; wohl aber davon, was sich in mir
gewandelt und von dem, was in mir grösser geworden ist. Ich
erwarte mit grösster Sehnsucht Ihre nächsten Publikationen,
welche mich ja einen Blick tun lassen werden in Ihre bewun-
derte seelische Werkstatt und deren Verhalten in der heuti-
gen so grossen und doch so namenlos rätselvollen Zeit. Rät-
selvoll in dem Sinne, wie ich es meine und wie Sie mich ver-
stehen. Ich hoffe, dass Sie, dessen Inneres ich sicherlich
schwer leidend weiss, sich eines guten äusseren Wohlbefindens
erfreuen. Ich ahne und kann mir wohl denken, was Sie
jetzt erleben und erleiden; denn Sie sind im Sinne Weiningers
ein Sucher und Priester zugleich, eine Duplizität, die er
Lage bedeuten würden. Auch bat ich dringend, dass Ficker ge-
stattet werde, ausserhalb der Kaserne wohnen zu dürfen, was
mir momentan als das Wichtigste erscheint. Die freundlichst
übersendete Feldpostkarte übermittle ich Ihnen anbei wieder.
Ich hoffe, wie gesagt, zuversichtlich, dass meine Intervention
wenigstens die angedeuten, bescheidenen Erfolge zeitigen
werde.
Sie wissen gar nicht, wie sehr ich mich schon
danach sehne, wieder einmal mit Ihnen sprechen zu können!
O, ich werde Ihnen viel erzählen können, aber nicht von
Schrapnellhagel und Kanonendonner, in denen ich 6 Monate
lang in der Bukowina gestanden, sondern von dem, was in mei-
nem Inneren vorgeht und was ich erlebt habe. Nicht von dem,
was ich physisch gelitten, auch nicht von den Todesgefahren,
aus denen ich wie durch ein Wunder heil hervorgegangen, um
hier schwer zu erkranken; wohl aber davon, was sich in mir
gewandelt und von dem, was in mir grösser geworden ist. Ich
erwarte mit grösster Sehnsucht Ihre nächsten Publikationen,
welche mich ja einen Blick tun lassen werden in Ihre bewun-
derte seelische Werkstatt und deren Verhalten in der heuti-
gen so grossen und doch so namenlos rätselvollen Zeit. Rät-
selvoll in dem Sinne, wie ich es meine und wie Sie mich ver-
stehen. Ich hoffe, dass Sie, dessen Inneres ich sicherlich
schwer leidend weiss, sich eines guten äusseren Wohlbefindens
erfreuen. Ich ahne und kann mir wohl denken, was Sie
jetzt erleben und erleiden; denn Sie sind im Sinne Weiningers
ein Sucher und Priester zugleich, eine Duplizität, die er