Lux, Joseph August: Brief an Emmerich Prettenhofer. Anif-Salzburg, 14.2.1934
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man muss nur eine solche sinnlose Pöbelmasse gesehen haben! -
das ist wie ein wildes Tier, das sich am Zerstören freut und kein
Ohr hat für alles Zureden - na, kurz und gut - plötzlich, wie durch
Wunder, ist der ganze Teufelsspuk verschwunden. Es war zum Staunen,
wie schnell die Bande verschwunden war, als ob sie die Erde
verschluckt hätte. Als ich hinaus trete, ist kein Mensch mehr
zu sehen. Einige Minuten später kommen die Gendarmen
aus dem Ort herunter. Offenbar hat die Bande das Kommen
gespürt und ist ausgerissen. Die Verwüstung wurde noch
am selben Tag notdürftig wieder beseitigt, Glaser und Tischler
waren sofort zur Stelle, natürlich auf Kosten der Naziführer,
zehn Leute sitzen hinter Schloss und Riegel, 45 andere
sind bereits agnosciert und harren des Gerichts - der
ganze Ort ist kleinlaut und wohl zum Teil beschämt.
Der Sohn des Altbürgermeisters, der ebenfalls eingesperrt
wurde - kam zu mir, ich möge ein Wort für den Vater
einlegen, damit er wieder in Freiheit gesetzt werde! Als
Geschädigter muss ich noch für einen der Rädelsführer
bitten gehen!
Bis gestern hatten wir Gendarmen im Haus
zur Bewachung. Bei dem roten Aufruhr am 12. d. mussten