Manowarda, Josef von: Brief an Anna und Wilhelm Klitsch. o.O., 16.10.1928
(ich komme mir wie eine Leinwandt vor die der Händler
anpreist) und die Direktion wohl einsehen wird, dass
man eine solche Kraft nicht halten kann, da ich
im Verhältnis zu den anderen Kollegen unterzahlt
bin. So am Donnerstag oder Freitag werde ich viel
mehr wissen oder vielleicht auch nichts, nachdem
die Leute sagen werden, er hat einen 5-jährigen
Vertrag und damit Schluss. Mir kann es auch
recht sein, mir geht es ja nicht schlecht, aber auch
nicht sehr gut, also die Mitte, was im Leben nahezu
immer das Beste ist. Sollten sie mich aber freigeben
dann werde ich auch nicht zu Grunde gehen, davor
ist mir nicht bang, da muss ich aber trachten
mir anderswo eine Stellung zu schaffen, was hoffentlich
nicht schwer fallen wird, denn hier kann man
nicht so leicht vorwärts.
Noch eine interessante Sach muss ich Euch
mitteilen. Heut vor einer Woche war ich mit Dr. Fürst
bei Schneiderhan und erzählte ihm auch die
Sache wegen Paris, als ich Schalk gefragt habe, warum ich
nicht nach Paris mitgenommen wurde, worauf er
mir doch sagte, dass er mich als Wotan und
Kurwenal besetzt hatte, dann wäre Dr. Schipper
zum Generaldirektor gegangen und hätte darauf bestanden