zertgebern und dem Publikum hatte, läßt sich eben nichts dreinreden
und hat wohl schon aus Widerspruchsgeist Deine Sinfonie geringschä-
tzig behandelt. Nur ist es mir vom "redaktionellen" Standpunkt unbe-
greiflich, daß er nicht wenigstens verhalten wurde, seine ablehnende
Haltung ausführlicher zu begründen. Sein Bericht (wenn man ihn so
nennen darf) ist kürzer als die Vornotiz und als der gleichzeitig in
der selben Nummer erschienene, von Stolzing verfaßte Bericht über die
Nachfeier bei der Bürger-Sängerzunft. Ich sende Dir alle mir bekannt
gewordenen Münchner Pressestimmen als Drucksache. Es fehlt nur der
"Völkische Beobachter", den Du ohnehin schon hast. Stolzings Bericht
über die Nachfeier wurde (gekürzt) auch in der Deutsch-österreichischen
Tageszeitung abgedruckt. Diese brachte auch die Nachricht, daß die
deutschen Sänger die Aufführung der Sinfonie in Frankfurt gefordert
haben. Ist dies nur die verspätete Wiederholung einer früheren, nicht
mehr giltigen Nachricht oder haben sich die Sänger wirklich nochmals
gerührt? Sperl, dem ich Deine und Mikoreys Grüße überbrachte und der
sich über meine Schilderung des Verlaufes der Münchner Ereignisse sehr
gefreut hat, sagte mir in ziemlich geheimnisvollen Tone, aber mit
leuchtenden Angesicht: "Ich habe jetzt schon wieder einen neuen Plan,
wie man eine nochmalige Wiener Aufführung im Frühjahr ins Werk setzen
könnte." Das Nähere des Planes verriet er mir nicht, scheint auch für
sich selber mit der Sache noch gar nicht im Reinen zu sein. Wie steht
es mit den anderen Aufführungen, von denen so viel die Rede war? Du
hast jetzt wohl nichts anderes zu tun, als an der Sinfonie und wegen
der Sinfonie zu schreiben. In der Kölnischen Zeitung soll, wie ich
hörte, ein kurzes Feuilleton über die Münchner Aufführung erschienen
und hat wohl schon aus Widerspruchsgeist Deine Sinfonie geringschä-
tzig behandelt. Nur ist es mir vom "redaktionellen" Standpunkt unbe-
greiflich, daß er nicht wenigstens verhalten wurde, seine ablehnende
Haltung ausführlicher zu begründen. Sein Bericht (wenn man ihn so
nennen darf) ist kürzer als die Vornotiz und als der gleichzeitig in
der selben Nummer erschienene, von Stolzing verfaßte Bericht über die
Nachfeier bei der Bürger-Sängerzunft. Ich sende Dir alle mir bekannt
gewordenen Münchner Pressestimmen als Drucksache. Es fehlt nur der
"Völkische Beobachter", den Du ohnehin schon hast. Stolzings Bericht
über die Nachfeier wurde (gekürzt) auch in der Deutsch-österreichischen
Tageszeitung abgedruckt. Diese brachte auch die Nachricht, daß die
deutschen Sänger die Aufführung der Sinfonie in Frankfurt gefordert
haben. Ist dies nur die verspätete Wiederholung einer früheren, nicht
mehr giltigen Nachricht oder haben sich die Sänger wirklich nochmals
gerührt? Sperl, dem ich Deine und Mikoreys Grüße überbrachte und der
sich über meine Schilderung des Verlaufes der Münchner Ereignisse sehr
gefreut hat, sagte mir in ziemlich geheimnisvollen Tone, aber mit
leuchtenden Angesicht: "Ich habe jetzt schon wieder einen neuen Plan,
wie man eine nochmalige Wiener Aufführung im Frühjahr ins Werk setzen
könnte." Das Nähere des Planes verriet er mir nicht, scheint auch für
sich selber mit der Sache noch gar nicht im Reinen zu sein. Wie steht
es mit den anderen Aufführungen, von denen so viel die Rede war? Du
hast jetzt wohl nichts anderes zu tun, als an der Sinfonie und wegen
der Sinfonie zu schreiben. In der Kölnischen Zeitung soll, wie ich
hörte, ein kurzes Feuilleton über die Münchner Aufführung erschienen