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sein. Den Inhalt kenne ich nicht. Auch in Wien hatten Bekannte von
mir schon bei meiner Rückkunft von der Aufführung gelesen. Wo, weiß
ich nicht. Meine Berichte für die Wiener Neuesten Nachrichten und
für das Grazer Tagblatt sind noch nicht erschienen. Bitte, vergiß nur
nicht oder vielmehr versäume nichts in Betreff unserer Bühnenwerke!
Der Münchner Staatskapellmeister Elmendorff hat Dir versprochen, daß
er sich mit uns beschäftigen will, und Du hast ihm - in meiner Gegen-
wart - versprochen, daß Du ihm keine Ruhe geben wirst. Also gib ihm
keine Ruhe! Und wenn du mich brauchst, so spann' mich ein! Am Tage
Deiner Abreise war ich auch durch die Güte Elmendorffs in der Münch-
ner Staatsoper, wo er den "Don Giovanni" (sehr fein und gemütvoll)
dirigierte. Im Großen und Ganzen fällt mir freilich, so oft ich in
München die Oper besuche, die unbedingte künstlerische Ueberlegen-
heit Wiens auf. An den trockenen Klang des Münchner Theaterorchesters
muß ich mich immer erst gewöhnen und auch die Darsteller, wenngleich
sie durchwegs trefflich singen, sind steif und hölzern neben der Art,
wie die selben Gestalten in Wien verkörpert werden - bei Mozart ist
das besonders fühlbar. In Berlin, Dresden, Frankfurt, Würzburg, Gotha -
diese Opern kenne ich - habe ich ähnliche Beobachtungen gemacht. Aber
das wird uns nicht abhalten, nunmehr mit allen Kräften die reichs-
deutschen Bühnen (deren Darbietungen auf die Reichsdeutschen immerhin
Eindruck machen) zu erobern. Hoffentlich hat Dir der Münchner Aufent-
halt gesundheitlich nicht geschadet. Im Jänner, wie ich Dir sagte,
komme ich bei Dir vorbei, und will und muß ich bei Dir absteigen.
So, nun gehts wieder an die Arbeit, zu der auch ein Jubiläumsaufsatz
über Dich für den "Getreuen Eckart" und für das Jahrbuch der Innviert-
sein. Den Inhalt kenne ich nicht. Auch in Wien hatten Bekannte von
mir schon bei meiner Rückkunft von der Aufführung gelesen. Wo, weiß
ich nicht. Meine Berichte für die Wiener Neuesten Nachrichten und
für das Grazer Tagblatt sind noch nicht erschienen. Bitte, vergiß nur
nicht oder vielmehr versäume nichts in Betreff unserer Bühnenwerke!
Der Münchner Staatskapellmeister Elmendorff hat Dir versprochen, daß
er sich mit uns beschäftigen will, und Du hast ihm - in meiner Gegen-
wart - versprochen, daß Du ihm keine Ruhe geben wirst. Also gib ihm
keine Ruhe! Und wenn du mich brauchst, so spann' mich ein! Am Tage
Deiner Abreise war ich auch durch die Güte Elmendorffs in der Münch-
ner Staatsoper, wo er den "Don Giovanni" (sehr fein und gemütvoll)
dirigierte. Im Großen und Ganzen fällt mir freilich, so oft ich in
München die Oper besuche, die unbedingte künstlerische Ueberlegen-
heit Wiens auf. An den trockenen Klang des Münchner Theaterorchesters
muß ich mich immer erst gewöhnen und auch die Darsteller, wenngleich
sie durchwegs trefflich singen, sind steif und hölzern neben der Art,
wie die selben Gestalten in Wien verkörpert werden - bei Mozart ist
das besonders fühlbar. In Berlin, Dresden, Frankfurt, Würzburg, Gotha -
diese Opern kenne ich - habe ich ähnliche Beobachtungen gemacht. Aber
das wird uns nicht abhalten, nunmehr mit allen Kräften die reichs-
deutschen Bühnen (deren Darbietungen auf die Reichsdeutschen immerhin
Eindruck machen) zu erobern. Hoffentlich hat Dir der Münchner Aufent-
halt gesundheitlich nicht geschadet. Im Jänner, wie ich Dir sagte,
komme ich bei Dir vorbei, und will und muß ich bei Dir absteigen.
So, nun gehts wieder an die Arbeit, zu der auch ein Jubiläumsaufsatz
über Dich für den "Getreuen Eckart" und für das Jahrbuch der Innviert-