Sklarek, Elisabet: Brief an Elise und Helene Richter. Berlin, 13.2.1916
jemand außer mir u. so können Sie sich wohl vorstellen,
wie diese lange schwere Zeit auf ihn wirkt. Sie sind glücklich,
daß Sie doch in Ihrer Arbeit bleiben können. Aber denken Sie, daß
er, neben all dem andern, nicht einmal den Trost seiner Arbeit
hat. Im Gegenteil, der Gedanke an sie drückt ihn nur nieder
u. es scheint ihm oft, als würde für ihn nie wieder eine Zeit
froher, ersprießlicher Tätigkeit kommen. Wenn das natürlich z.
Teil auch an seinem Temperament liegt, so liegt doch auch ein gro=
ßes Stück an der Art der Arbeit selbst. Selbst beim besten Willen
könnte er ja jetzt nicht wirklich produktiv arbeiten; schon die
äußeren Bedingungen sind nicht dafür da (Diener, Hilfskräfte
etc.), ganz abgesehen davon, daß dazu unbeschränkte Zeit u. absoluteste
Concentration gehört. So liegen nun die halb- u. ¾ fertigen Arbeiten
im Schrank, die niemals fertig werden können, es sei denn, daß
sie ganz von vorn begonnen werden; aber es wird erst wieder jahrelanger
Einarbeitung bedürfen, ehe ewas ersprießliches zu stande kommt. - Das
alles lastet auf ihm (wohl halb unbewußt), u. es schmerzt ihn dann
doch, wenn dann irgendwo (im neutralen Ausland) eine Arbeit
aus seinem ureigensten Gebiet erscheint, die er viell. schon halb
fertig liegen hatte oder die in seinem Plan lag. - Dazu ist