Die inhaltliche Nebensächlichkeit des Vater-Mutter-Confliktes,
seine bloße Wichtigkeit in der lebendigen Folge rechtfertigt nun
die nur reliefartige Andeutung des Muttercharakters, sie würde auch
ebenso eine solche andeutungsweise Behandlung der Vatergestalt
rechtfertigen, wenn diese nicht functionell und Schicksal-auslösend
in Bezug auf den Sohn allzu entscheidend wäre. -
Ich bin nun fast in's Commentieren gekommen und das ist
ein übles Geschäft für einen Autor. Aber manchmal ist es so,
daß Gedanken bereitliegen und rücksichtslos die erste
Gelegenheit ergreifen, sich aussprechen zu lassen. Dies scheint
hier der Fall gewesen zu sein und ich muss nun den Zucht=
meister machen und sie in ihre Schranken zurück verweisen,
sonst gäbe ein Wort das andere und ich käme in's Tausendste,
und wollte doch eigentlich nichts anderes andeuten, als daß
ich glücklich bin, diese höchst heikle Gestalt der Elisabeth
in Ihren Händen zu wissen.
Im übrigen hoffe ich mit Ihnen, daß unsere Proben bald
vonstattengehen; denn so ein unaufgeführtes Drama liegt einem
wie ein geheimnisvolles Unding quer über dem Weg, auf dem
man je eher, je lieber zu neuen Aufgaben weiterschritte.
Auch außerhalb des Theaters bitte ich Sie dann meiner
freudigen Bereitschaft jederzeit sicher zu sein, und verbleibe
in aufrichtiger Verehrung
Ihr ergebener
Anton Wildgans
Mödling, am 8. Jänner 1919.
seine bloße Wichtigkeit in der lebendigen Folge rechtfertigt nun
die nur reliefartige Andeutung des Muttercharakters, sie würde auch
ebenso eine solche andeutungsweise Behandlung der Vatergestalt
rechtfertigen, wenn diese nicht functionell und Schicksal-auslösend
in Bezug auf den Sohn allzu entscheidend wäre. -
Ich bin nun fast in's Commentieren gekommen und das ist
ein übles Geschäft für einen Autor. Aber manchmal ist es so,
daß Gedanken bereitliegen und rücksichtslos die erste
Gelegenheit ergreifen, sich aussprechen zu lassen. Dies scheint
hier der Fall gewesen zu sein und ich muss nun den Zucht=
meister machen und sie in ihre Schranken zurück verweisen,
sonst gäbe ein Wort das andere und ich käme in's Tausendste,
und wollte doch eigentlich nichts anderes andeuten, als daß
ich glücklich bin, diese höchst heikle Gestalt der Elisabeth
in Ihren Händen zu wissen.
Im übrigen hoffe ich mit Ihnen, daß unsere Proben bald
vonstattengehen; denn so ein unaufgeführtes Drama liegt einem
wie ein geheimnisvolles Unding quer über dem Weg, auf dem
man je eher, je lieber zu neuen Aufgaben weiterschritte.
Auch außerhalb des Theaters bitte ich Sie dann meiner
freudigen Bereitschaft jederzeit sicher zu sein, und verbleibe
in aufrichtiger Verehrung
Ihr ergebener
Anton Wildgans
Mödling, am 8. Jänner 1919.