Zweig, Stefan: Brief an Raoul Auernheimer. o.O., 1916
wo ich die Unsinnigkeit des gegenwärtigen
Zustandes geistig nicht mehr fasse: dass
mich, einen lebendigen Menschen irgend ein
viereckiger beschmierter Zettel, der oben in
einem raucherigen Amt wandelt, am Kra-
gen fassen, mich in eine fremde Provinz
über Nacht werfen kann, mir das Papier
meines Werks unter den Fingern wegreissen,
meine Wohnung, meine Welt mir absperren
und in ein nasses Erdloch in Galizien
stossen. Wirklich, ich verstehe es nicht,
ich verstand es nie (es verstehens wohl
die am wenigsten, denen es just passieret,
die andern schwärmen vom Stahlbad der
grossen Zeit) und will es nie verstehen.
Hoffentlich bleibt es mir noch einige Zeit