Zweig, Stefan: Brief an Raoul Auernheimer. o.O., 1916
vergönnt bei meiner Arbeit zu bleiben,
alles andere ist mir jetzt nebensächlich.
Dass auch Sil Varas Situation recht kritisch
geworden ist, haben Sie wohl gehört, hoffent
lich ist das letzte Wort noch nicht gesprochen
Und dazwischen in Tagebuch-
blättern Umschau halten, aller Freunde
und Freundinnen draussen in der Welt zu
denken und der Welt selbst! Was gäbe ich
darum wieder in einem Schnellzug zu
sitzen und das rauhe Rattern der Räder
unter mir zu hören (meine liebste Musik)
Ich hatte auf 14 Tage Urlaub gehofft und
wollte die Literatur Aussees gerne mehren
helfen – aber ich bekam ihn nicht. So
denke ich nur von fern und bitte Sie
Ihre liebe Frau herzlichst zu grüssen, Ar-