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dieren. D.h. ihm natürlich auf eigene Faust, ohne daß Du etwas davon zu wissen brauchst, vorschlagen, daß mein Honorar
Dir zu überweisen wäre u. ihm fragen, ob das
privat zu geschehn hätte (so daß ich vor der Vereins-
leitung im Fortbezug des Gehaltes zu gelten hätte)
oder offiziell. Jedenfalls sei unbesorgt: ich
werde das in taktvollster Weise tun, was ja um=
so leichter ist, als ich doch tatsächlich nicht berechtigt bin
für Nichtstun ein Honorar zu beziehn, wodurch
notabene andere noch verkürzt werden … Und,
weil ich gleichzeitig an Schönberg auch wegen
einer andern viel schwerwiegenderen Angelegen
heit herantreten will:
Es ist nämlich sehr wahrscheinlich, daß wir in
Kürze den Berghof verkaufen. (Heute nur in Kürze
die Mitteilung dieser Tatsache! Ein andermal über all
die hundert Dinge die mich dabei traurig berühren
– u. auch zur resignierten Einsicht stimmen.)
So daß ich vielleicht Ende April oder etwas
später nach Wien kommen könnte. Ich beabsichte aber
nunmehr Schönberg zu sagen, daß ich die Stellung im Verein
nicht wieder antreten will. Du kennst wohl die Gründe
Berg, Alban: Brief an Anton von Webern. Berghof, 16.3.1920