Franzos, Ottilie: Brief an Julius Pée. Wien, 3.6.1926
hofft er eine Anstellung zu bekommen.
Zu seiner Vervollkommnung in der Sprache
will er im Juli auf etwa 3 Wochen nach
Frankreich gehen. Natürlich verfügt
er über keine Reichtümer. Können
Sie ihm aus Menschenfreundlichkeit und
- mir zu Liebe! raten, wohin er soll?
Können Sie ihm aus denselben Gründen
etwa Empfehlungen an Familien geben?
Das würde ihn ja am meisten fördern.
Ich schlug ihm vor, nach Belgien zu gehen.
Dort würden Sie ihm sicherlich Verkehr
verschaffen können. Er meinte aber,
die Reise dorthin sei noch teurer. Er
heißt Dr. Vlach und ist der bisherige
Lehrer meiner geliebten Buben.
Gebe Gott, daß er es auch bleibe - Rudolf
liebt ihn und bedarf seiner in jeder
Beziehung. Er ist ungefähr 30 Jahre alt.
Die Ferien beginnen am 10. Juli, er
möchte dann sofort weg. Anfang August
geht er hoffentlich zu den Buben nach
Böhmen.