eine große Ablenkung und sehr liebe Beschäftigung gewe-
sen, wenn ich, sagen wir jeden Monat, einen Artikel über
das, was sich mir aufdrängt, hätte schreiben dürfen. Nun
bedrückt es mich auch doppelt, daß Sie Mühe und etwas von
Ihrer knappen Zeit vergeblich aufgewendet haben. Daß
mein Dankgefühl dafür unverändert ist, brauchte ich ei-
gentlich gar nicht erst zu versichern! Eine Erzählung? Die einzige
die ich habe, ist zu local, glaub' ich, sie heißt „Alt-Wien.“ Und
dann, das könnte ich nicht auf mein Gewissen nehmen,
daß Sie übersetzen. - Ginge es nicht mit etwas im Deut=
schen Gedruckten? Wie Viele haben die „Deutsche Dichtung“
gelesen? Von Allem Ihnen Gesandten ist nichts in Buch-
form erschienen. Es ist auch noch Anderes da. Übrigens
sind Ihre Bände der „D. D.“ nur aus „technischen“ Gründen
bisher nicht abgegangen. Hingegen Kreiten und Geiger:
„Die d. Lit. u. d. Juden“ Was dies Buch kostet, kann ich noch
nicht sagen, da ich des Schleppgangs und des Aufschlags
des hiesigen Sortiments müde, es mir durch Herrn
Geheimrat Geiger senden ließ. Gestern erhielt ich
„Zwischen Himmel u Erde“. Es giebt Ihnen einen Begriff
der Berechnung, wenn ich sage, daß ich dafür
74 Mark = 4500 Kronen bezahlt habe. Als ich Brandes
bestellte, kostete er ungefähr 5000 Kronen, was er
kosten wird, wenn er kommt?!
Lieber Herr Professor, Ihnen sollte ich nicht alles, was ich
besitze, ob Unica oder nicht, anvertrauen?
Ich hoffe darauf, die Stücke Ihres Sohnes zu bekommen,
wenn sie gedruckt sind. Sehr unbescheiden! Bahr's
„Tänzchen“ kenne ich nicht. Wissen Sie, was mir das Liebste
von Grillparzer ist? Sein Fragment: Esther. Ich wiederhole
meine Frage: Kennen Sie Hebbel? „Im Schatten der Tita-
nen“ lohnt, glaub' ich. Doch möchte ich jetzt mit Kaufen
etwas warten. Ich denke, die Spannung zwischen Mark
und Krone wird doch etwas nachlassen. Calé kenne
ich nicht, auch Mann's, den ich sehr hoch schätze, „Rede u. Antwort“
nicht. Ungebildete! von Ines Heiberg keine Antwort! „Salomé“
kommt in meinen Notizen vor, Sie verlangten danach gleichzei-
tig mit dem „Zapfenstreich.“
Blumen sind natürlich unerschwinglich für mich, trotzdem
habe ich bisher seitdem es grünt und blüht immer et=
was. Vom Tabaktrafikanten gegenüber, bei dem ich
seit 17 Jahren Marken kaufe, von einer „Eisenbahnerin“
sen, wenn ich, sagen wir jeden Monat, einen Artikel über
das, was sich mir aufdrängt, hätte schreiben dürfen. Nun
bedrückt es mich auch doppelt, daß Sie Mühe und etwas von
Ihrer knappen Zeit vergeblich aufgewendet haben. Daß
mein Dankgefühl dafür unverändert ist, brauchte ich ei-
gentlich gar nicht erst zu versichern! Eine Erzählung? Die einzige
die ich habe, ist zu local, glaub' ich, sie heißt „Alt-Wien.“ Und
dann, das könnte ich nicht auf mein Gewissen nehmen,
daß Sie übersetzen. - Ginge es nicht mit etwas im Deut=
schen Gedruckten? Wie Viele haben die „Deutsche Dichtung“
gelesen? Von Allem Ihnen Gesandten ist nichts in Buch-
form erschienen. Es ist auch noch Anderes da. Übrigens
sind Ihre Bände der „D. D.“ nur aus „technischen“ Gründen
bisher nicht abgegangen. Hingegen Kreiten und Geiger:
„Die d. Lit. u. d. Juden“ Was dies Buch kostet, kann ich noch
nicht sagen, da ich des Schleppgangs und des Aufschlags
des hiesigen Sortiments müde, es mir durch Herrn
Geheimrat Geiger senden ließ. Gestern erhielt ich
„Zwischen Himmel u Erde“. Es giebt Ihnen einen Begriff
der Berechnung, wenn ich sage, daß ich dafür
74 Mark = 4500 Kronen bezahlt habe. Als ich Brandes
bestellte, kostete er ungefähr 5000 Kronen, was er
kosten wird, wenn er kommt?!
Lieber Herr Professor, Ihnen sollte ich nicht alles, was ich
besitze, ob Unica oder nicht, anvertrauen?
Ich hoffe darauf, die Stücke Ihres Sohnes zu bekommen,
wenn sie gedruckt sind. Sehr unbescheiden! Bahr's
„Tänzchen“ kenne ich nicht. Wissen Sie, was mir das Liebste
von Grillparzer ist? Sein Fragment: Esther. Ich wiederhole
meine Frage: Kennen Sie Hebbel? „Im Schatten der Tita-
nen“ lohnt, glaub' ich. Doch möchte ich jetzt mit Kaufen
etwas warten. Ich denke, die Spannung zwischen Mark
und Krone wird doch etwas nachlassen. Calé kenne
ich nicht, auch Mann's, den ich sehr hoch schätze, „Rede u. Antwort“
nicht. Ungebildete! von Ines Heiberg keine Antwort! „Salomé“
kommt in meinen Notizen vor, Sie verlangten danach gleichzei-
tig mit dem „Zapfenstreich.“
Blumen sind natürlich unerschwinglich für mich, trotzdem
habe ich bisher seitdem es grünt und blüht immer et=
was. Vom Tabaktrafikanten gegenüber, bei dem ich
seit 17 Jahren Marken kaufe, von einer „Eisenbahnerin“