zukommen, so habe ich schon einmal gesagt, daß er ein richtiger Vetter
meiner 1899 heimgegangenen Mutter ist, einer der amüsantesten
und geistreichsten Menschen, denen ich je begegnet bin. Sein vor-
liegendes Buch zeigt ihn aber von keiner sympatischen Seite! Wenn
Einer „wer” ist, braucht er das nicht fortwährend zu erklären.
Muß er es aber erklären, dann ist er nicht viel! Wie eine
schöne Frau ihre Schönheit nicht zu besprechen braucht! Trotzdem
enthält das Buch, so glaub' ich, viel Interessantes für Sie. Übri-
gens soll der Autor nur noch kurze Zeit vor sich haben.
Ich habe nun die Dramatisierung des „Pojaz“ durch einen
Berliner Theaterdirektor abgelehnt nach langem Hin und Her.
Gewiß wäre mir eine Einnahme willkommen gewesen, vielleicht
hätte das Stück zur Verbreitung des Namens beigetragen,
aber - wer sagt mir, wie es geworden wäre und die an-
gebotenen Bedingungen waren nicht im Einklang mit
dem Nachruhm meines Mannes. Merkwürdig ist, daß ich vor-
gestern das 3. Filmangebot binnen weniger Monate für
„Pojaz“ und „Präsident“ bekam. Beide sind aber längst ver-
geben. - Zum kleinen Büchnerausschnitt, den ich hier beilege,
bemerke ich, daß der Inselverlag mich für „Familie-
Büchner-Klatsch“ heranziehen wollte, meines Mannes wür-
de ehrenvoll erwähnt werden. Ich habe abgelehnt.
Ich komme auf Ihren Brief vom 19/4 zurück. Hanwijk-Pennink
sehe ich öfters. Es würde mich sehr freuen, wenn er durch meine
bescheidene Mithülfe seinen Bruder herbekäme. Es fehlt ihm hier leider
sehr an jungem Verkehr. - Mein Vetter besitzt wohl nichts von [Fart]-
mann. Über Till konnte ich leider bisher nichts erfahren. - Ob
ich wohl für die fünf Extravergnügenfrancs gedankt habe??
Von akademischen Papieren fand ich bisher nur die für das
Jahr 68. Dabei fiel mir aber ein Blatt in die Hand, das Sie
vielleicht interessieren wird. Ich erbitte es mir aber bald
möglich zurück, da ich es vielleicht brauche. Muthers
„Geschichte der Malerei“ machte großes Aufsehen und fand
ebensolchen Erfolg. Es waren darin zahllose Plagiate, so auch aus
„Niels Lynne“. Und es gab gebildete Leute, die für ihn eintraten.
Das Buch sei wunderbar & die betreffende Stelle passe wunder-
bar hinein. Ich antwortete einmal einer Dame: „Gewiß!
Die Perlen, die Sie um den Hals tragen würden mir
vielleicht sehr gut stehen. Ich glaube aber nicht, daß Sie
damit einverstanden wären, wenn ich sie mir nähme.“
28/5 Ich bemerke soeben, daß der Auszug Muther aus
der „Schlesischen Ztg.“ in der D. D. abgedruckt ist, bitte
meiner 1899 heimgegangenen Mutter ist, einer der amüsantesten
und geistreichsten Menschen, denen ich je begegnet bin. Sein vor-
liegendes Buch zeigt ihn aber von keiner sympatischen Seite! Wenn
Einer „wer” ist, braucht er das nicht fortwährend zu erklären.
Muß er es aber erklären, dann ist er nicht viel! Wie eine
schöne Frau ihre Schönheit nicht zu besprechen braucht! Trotzdem
enthält das Buch, so glaub' ich, viel Interessantes für Sie. Übri-
gens soll der Autor nur noch kurze Zeit vor sich haben.
Ich habe nun die Dramatisierung des „Pojaz“ durch einen
Berliner Theaterdirektor abgelehnt nach langem Hin und Her.
Gewiß wäre mir eine Einnahme willkommen gewesen, vielleicht
hätte das Stück zur Verbreitung des Namens beigetragen,
aber - wer sagt mir, wie es geworden wäre und die an-
gebotenen Bedingungen waren nicht im Einklang mit
dem Nachruhm meines Mannes. Merkwürdig ist, daß ich vor-
gestern das 3. Filmangebot binnen weniger Monate für
„Pojaz“ und „Präsident“ bekam. Beide sind aber längst ver-
geben. - Zum kleinen Büchnerausschnitt, den ich hier beilege,
bemerke ich, daß der Inselverlag mich für „Familie-
Büchner-Klatsch“ heranziehen wollte, meines Mannes wür-
de ehrenvoll erwähnt werden. Ich habe abgelehnt.
Ich komme auf Ihren Brief vom 19/4 zurück. Hanwijk-Pennink
sehe ich öfters. Es würde mich sehr freuen, wenn er durch meine
bescheidene Mithülfe seinen Bruder herbekäme. Es fehlt ihm hier leider
sehr an jungem Verkehr. - Mein Vetter besitzt wohl nichts von [Fart]-
mann. Über Till konnte ich leider bisher nichts erfahren. - Ob
ich wohl für die fünf Extravergnügenfrancs gedankt habe??
Von akademischen Papieren fand ich bisher nur die für das
Jahr 68. Dabei fiel mir aber ein Blatt in die Hand, das Sie
vielleicht interessieren wird. Ich erbitte es mir aber bald
möglich zurück, da ich es vielleicht brauche. Muthers
„Geschichte der Malerei“ machte großes Aufsehen und fand
ebensolchen Erfolg. Es waren darin zahllose Plagiate, so auch aus
„Niels Lynne“. Und es gab gebildete Leute, die für ihn eintraten.
Das Buch sei wunderbar & die betreffende Stelle passe wunder-
bar hinein. Ich antwortete einmal einer Dame: „Gewiß!
Die Perlen, die Sie um den Hals tragen würden mir
vielleicht sehr gut stehen. Ich glaube aber nicht, daß Sie
damit einverstanden wären, wenn ich sie mir nähme.“
28/5 Ich bemerke soeben, daß der Auszug Muther aus
der „Schlesischen Ztg.“ in der D. D. abgedruckt ist, bitte