2.
wegen ihrer christlichen Ideale von deutschen
Kommilitonen zur Universität hinausgeprü=
gelt wurden, anstatt daß sie Schulter an Schulter
gegen gemeinsame Gegner gemeinsam zusam=
mengestanden wären. An seiner Zerklüftung,
wie sie schon Heinrich von Kleist in seiner „Her-
mannsschlacht” zeichnete, ist unser deutsches Öster=
reich von einst zu Grunde gegangen, und durch sie ist
es den Feinden seines Volkes unterlegen. Und
der deutschen Engstirnigkeit wird auch die christ=
lich=germanische Kultur in Österreich zum Opfer fallen, nicht
der Bosheit der Juden. Warum marschiert das
Judentum in der Literatur und im Theaterleben
an der Spitze? Weil die jüdische Presse, die jüdi=
sche Kritik, die jüdische Gesellschaft, ohne von ei=
nem jüdischen Schönheitsideal zu reden, alles, was
jüdischen Wesens ist, besonders aber alles, was Juden
schaffen, schätzt, ja überschätzt, aber auch dafür
unbedingt und mit allen Mitteln - wahrhaft
„einer für alle und alle für einen” - eintritt.
Unter uns Germanen kann man sein Herzblut
geben für die Kunst, kann man das sichere
Wissen in sich tragen, nicht nur ein reiner Diener
wegen ihrer christlichen Ideale von deutschen
Kommilitonen zur Universität hinausgeprü=
gelt wurden, anstatt daß sie Schulter an Schulter
gegen gemeinsame Gegner gemeinsam zusam=
mengestanden wären. An seiner Zerklüftung,
wie sie schon Heinrich von Kleist in seiner „Her-
mannsschlacht” zeichnete, ist unser deutsches Öster=
reich von einst zu Grunde gegangen, und durch sie ist
es den Feinden seines Volkes unterlegen. Und
der deutschen Engstirnigkeit wird auch die christ=
lich=germanische Kultur in Österreich zum Opfer fallen, nicht
der Bosheit der Juden. Warum marschiert das
Judentum in der Literatur und im Theaterleben
an der Spitze? Weil die jüdische Presse, die jüdi=
sche Kritik, die jüdische Gesellschaft, ohne von ei=
nem jüdischen Schönheitsideal zu reden, alles, was
jüdischen Wesens ist, besonders aber alles, was Juden
schaffen, schätzt, ja überschätzt, aber auch dafür
unbedingt und mit allen Mitteln - wahrhaft
„einer für alle und alle für einen” - eintritt.
Unter uns Germanen kann man sein Herzblut
geben für die Kunst, kann man das sichere
Wissen in sich tragen, nicht nur ein reiner Diener