Goering, Gerd Hans: Brief an Ernst Krenek. o.O., 17.11.1928
scheint sich bereits ein Element der Tragik zu ergeben.
(Ich erinnere mich, dass einer von den „Brenner”
Leuten die Auflösung aller Tragik durch das Chris=
tentum behauptet hat; nämlich weil der Glaube
die absolute Überlegenheit ist.) mischt sich aber
Angst in den Affekt entweder um das objec-
tive Zustandekommen des Kurzschlusses
wegen zu weit gespannter Gegensätzlichkeit,
die mit Conflict und Bruch droht, oder, subjec-
tiv, um die psychische Fähigkeit solche Über-
spannungen zu ertragen („zum Verücktwerden!”),
drum haben wir die Erscheinung der Groteske.
Um aber dem Affect des Komischen noch ein
wenig nachzugehen: Seine Besonderheiten rich-
ten sich einmal nach der Accentuierung
jenes Gefühles der Überlegenheit. Zunächst
natürlich dem Grade nach: von der Erschei-
nung des Paares Pat und Patachon, das etw[a]
gerade „komisch wirkt”, bis zum Clown oder
Dummkopf, der alles verdreht und verkehrt
und den ich auslache (hier z. B. die Discre -
panz zwischen Mittel und Zweck deren
„vernunftgemässes” Verhältnis, das ich besser weiss, verzerrt zu
unmittelbarer Anschauung gebracht wird.).
Im einen Fall ist die Überlegenheit ganz un-
betont und kaum bewusst im anderen deut-
lich in den Vordergrund gerückt. In diesem
letzteren lassen sich auch Richtungen des