2
es doch nicht erklärlich, daß Tom, ohne
seine Zweifelmaschine zu gebrauchen,
sich gleich unwiderruflich kopfüber
in das Meer der - der - freundschaftli=
chen Empfindungen, wie Sie es so lieb
nennen, gestürzt hat.
Wenn ich jetzt sehe, was ich an Ihnen, lie=
be Freundin, gefunden habe, u. beden=
ke, daß, als Sie mir erschienen, ich an
diesem Schatze achtlos vorübergegan=
gen wäre, wenn Ihnen z. B. 2 Vor=
derzähne gefehlt hätten, oder Ihre
Mundwinkel, statt wie sie sind, leicht
nach aufwärts gebogen wären, was
mir immer als untrügliches Merkmal
schaler Eitelkeit galt: soll ich mich schä=
men? so kleinlich, äußerlich, sinnlich zu
sein? Ich kann aber nicht anders, wenn
ich mir selbst treu bin. Der Verstand
kann wohl das Gefühl, die Illusion kri=
tisieren; diese aber kommen zustande,
ohne sich um den Verstand zu kümmern.
Der Duft der Rose ist mir angenehm,
den der Pelargonie kann ich nicht leiden.
Warum ist es aber jetzt ganz anders?
Wenn Sie jetzt kämen, das Gesicht durch
Blattern oder Wundnarben entstellt,
oder die Stimme infolge einer Opera=
tion ganz rauh geworden: würde dies
an meinen Gefühlen für Sie das Geringste
ändern, meine Illusion zerstören?
Gewiß nicht, außer daß dazu noch
ein warmes Erbarmen käme, das Sie
meinem Herzen nur noch näher brächte.
es doch nicht erklärlich, daß Tom, ohne
seine Zweifelmaschine zu gebrauchen,
sich gleich unwiderruflich kopfüber
in das Meer der - der - freundschaftli=
chen Empfindungen, wie Sie es so lieb
nennen, gestürzt hat.
Wenn ich jetzt sehe, was ich an Ihnen, lie=
be Freundin, gefunden habe, u. beden=
ke, daß, als Sie mir erschienen, ich an
diesem Schatze achtlos vorübergegan=
gen wäre, wenn Ihnen z. B. 2 Vor=
derzähne gefehlt hätten, oder Ihre
Mundwinkel, statt wie sie sind, leicht
nach aufwärts gebogen wären, was
mir immer als untrügliches Merkmal
schaler Eitelkeit galt: soll ich mich schä=
men? so kleinlich, äußerlich, sinnlich zu
sein? Ich kann aber nicht anders, wenn
ich mir selbst treu bin. Der Verstand
kann wohl das Gefühl, die Illusion kri=
tisieren; diese aber kommen zustande,
ohne sich um den Verstand zu kümmern.
Der Duft der Rose ist mir angenehm,
den der Pelargonie kann ich nicht leiden.
Warum ist es aber jetzt ganz anders?
Wenn Sie jetzt kämen, das Gesicht durch
Blattern oder Wundnarben entstellt,
oder die Stimme infolge einer Opera=
tion ganz rauh geworden: würde dies
an meinen Gefühlen für Sie das Geringste
ändern, meine Illusion zerstören?
Gewiß nicht, außer daß dazu noch
ein warmes Erbarmen käme, das Sie
meinem Herzen nur noch näher brächte.